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Weltmeister Walter Röhrl testete den heißesten VW: Dös is a Wahnsinn !

Der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl war begeistert: “Dös is a wahsinn!”, meinte er, als er sichtlich beeindruckt aus dem VW Scirocco ausstieg.
Das Auto, das dem Rallye-Profi so imponiert hatte, war allerdings kein normaler Serien-Scirocco.
Der Testwagen war durch die Hände des VW-Tuners, Diplom-Ingenieur Gerhart Oettinger aus dem hessischen Friedrichsdorf gegangen. Anstelle der serienmäßigen 112 Pferde zogen nun 142 temperamentvolle Vollblüter an den Vorderreifen.
Das Geheimnis der zusätzlichen Leistung: Vier Ventile pro Zylinder, wie sie Oettinger schon lange
vor dem Volkswagenwerk anzubieten hatte!
Nicht nur die reine Leistungsausbeute imponierte Walter Röhrl am Oettinger-Scirocco. Der Liebhaber hochkarätiger Auto-Technik lobte vor allem die zivile Charakteristik des Oettinger-Scirocco 1800 E/16, wie der Testwagen offiziell heißt: Mich fasziniert das kultivierte Motorverhalten und die Drehfreudigkeit. Dieser Motor zieht aus allen Drehzahlbereichen heraus gleichermaßen schön und druckfrei durch. Tatsächlich setzt beim Gasgeben in dem 208 km/h schnellen Testwagen mit gleichmäßig eng abgestuftem Fünfgang-Getriebe der Schub so nachdrücklich ein, als säße man in einem Auto mit Turbolader- nur eben ohne Turboloch.
Walter Röhrl fühlte dem bärenstarken Scirocco sowohl auf den Landstraßen seiner bayerischen Heimat als auch auf der anspruchsvollen Nürburgring-Nordschleife auf den Zahn: Auf dem Ring ließ in einigen welligen Passagen die Dämpfung etwas zu wünschen übrig, aber auf normalen Straßen ist dieser Scirocco sehr fahrsicher. Wenn eine Kurve enger wird, lenkt man einfach stärker ein, das ist alles. Sollte er einmal etwas über die Vorderräder schieben, ist das ganz harmlos. Mit diesem Auto kann wirklich jeder mit umgehen.
Tuning-Altmeister Oettinger, in dessen Programm sich vom Käfer bis zum Audi Quattro Verbesserungsangebote für Motor und Fahrwerk praktisch aller VAG-Produkte finden, bietet den einzelnen Motor für knapp 10 000 Mark (inklusive aller Kleinteile und verstärkter Kupplung) an;
der von Walter Röhrl getestete VW Scirocco entstammte einer Sonderserie mit verbessertem Fahrwerk, Breitreifen auf Leichtmetallfelgen und dezent gehaltenem Aufputz.
Während der Verbrauch sich praktisch im Bereich eines Serien-Scirocco GTI bewegt, liegt der Kaufpreis mit 39 800 Mark deutlich höher. Der Gesichtsausdruck überholter Porsche-Fahrer wird für manchen Oettinger-Kunden die Ausgabe rechtfertigen.
Quelle: Bild am Sonntag