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Scirocco 2

 

Modell 1981

Die Form des neuen Scirocco’s stammte nun nicht mehr aus der Feder eines italenischen Designers, sondern aus dem nüchterneren Wolfsburg, wo sich die „neue“ Keilform im Windkanal bewähren musste. Durch die Erprobung im Windkanal kam ein überdurchschnittlich guter cw-Wert von 0,38 zustande. Außerdem verbessert ein Spoiler über die gesamte Heckklappe den Anpressdruck der Hinterachse, was vor allem der Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten zu gute kommt. Eine weitere Neuerung ist die Verbundglaswindschutzscheibe, die im Scirocco 2 ihr Debüt im VW-Konzern als Serienteil ohne Aufpreis feiert. Während die Karosserie eine völlig neue Form erhält, bleibt bei der Technik alles beim Alten. Fahrwerk, Radstand und die Motoren werden komplett aus dem Scirocco 1 übernommen.

Einstiegsmodell war der 1,3 Liter mit 60 PS als L und GL. Die nächst bessere Motorisierung war der bekannte 1,5 Liter mit 70 PS oder der 1,6 Liter mit 85 PS als LS, GLS und GT. Das Spitzenmodell blieb der 110 PS starke 1,6 Liter mit K-jetronic als GTI oder GLI.
Als Sonderausstattung konnte für die 70 PS und 85 PS Motoren nun auch ein Fünfganggetriebe geordert werden, wobei der 5. Gang lang übersetzt ist. Durch diese Abstufung des von VW auch 4+E genannten Getriebes wird eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs erreicht.

GT/GTI zeichnete sich aus durch die kleinen rechteckigen Doppelscheinwerfern und die zweiteilige Hutablage. GT- und GL-Ausstattungen verfügten über den Formteilhimmel vorn mit eingelassenen Sonnenblenden.

Modell 1982

Die Modelle L, LS und GLS entfallen. Anstelle des L gibt es den CL als Einstiegsmodell mit Zweispeichenlenkrad und ohne Zusatzscheinwerfer. Den 1,3 Liter Motor gibt es für CL und GL, der 1,5 Liter und 1,6 Liter für CL, GL und GT und schließlich der 1,6 Liter Einspritzer für GTI und GLI, letztere jetzt standardmäßig mit 4+E-Getriebe.

Beim GL/GLI und GT/GTI wird die Scheinwerferreinigungsanlage Serie.

Modell 1983

Alle Modelle erhalten eine neue Zentralelektrik, da es bei der alten immer wieder zu Kontaktproblemen kommt.

Aufgrund der geringen Nachfrage entfiel die 1,3 Liter Maschine. Beim GTI/GLI wuchs der Hubraum von 1,6 L auf 1,8 L. Auch die Leistung stieg auf 82 kW/112 PS. Diese bekamen serienmäßig das („echte“) 5-Gang-Getriebe ohne die lange Übersetzung des 4+E.

Beim GT/GTI kommen nun auch die Breitbandscheinwerfer mit zusätzlichen Fernlichtern zum Einsatz, ferner wird bei ihnen im April 83 die zweiteilige, mit Kunststoff bespannte Gepäckraumabdeckung durch die einteilige mit Teppich bespannte Ausführung ersetzt.

Das erste Scirocco 2 Sondermodell GTS kommt zu den Händlern und hat in diesem Modelljahr noch den Einarmwischer sowie den 85PS Vergaser- oder den 112PS Einspritzermotor. (Mehr zum GTS unter „Sondermodelle“) Im April 1983 erscheint dann auch das Sondermodell Scirocco GTX mit der Kameiverspoilerung.

Noch im laufenden Modelljahr wird der 1,5 Liter Motor mit 70 PS durch den 1,6 Liter mit 75 PS ersetzt. Katalysatoren waren 1983 noch keine im Programm.

Eine Reihe von Annehmlichkeiten sind nun gegen Aufpreis bestellbar: Die für Modelljahr 82 bereits versprochene Klimaanlage und Schiebedach, ferner jetzt auch Sitzheizung, elektrische Fensterheber, MFA bei Einspritzmotoren, Echtlederausstattung und geteilte Rücksitzbank. Allerdings mußten sich Kunden bei bestellten Mehrausstattungen immer wieder auf verzögerte Auslieferung ihres Fahrzeugs gefasst machen, dessen Mehrausstattung ja direkt im Werk auf dem Fließband eingebaut wurde.

In Osnabrück läuft der 600.000 Scirocco vom Band und wird als das meist gebaute Karmann Fahrzeug gefeiert.

Modell 1984

Alle Modelle erhalten zwei Wischerarme um das Wischfeld zu vergrößern, hierdurch ändert sich auch die Motorhaube, die jetzt 2 Wischwasserdüsen hat. Der 1,6 Liter 85PS Vergasermotor wird durch den 1,8 Liter 90 PS Vergaser ersetzt, der fortan der stärkste Vergasermotor beim Scirocco bleibt. Das Fahrwerk der Sciroccos mit dem 90PS Motor wurde mit zusätzlichen Stabilisatoren versehen und bekam eine neu abgestimmte Federung und Dämpfung. Der 90PS Motor wird serienmäßig immer mit dem 4+E Getriebe ausgeliefert.
Die Fahrzeuge mit de 112PS Motor erhalten auf dem Wischerarm der Fahrerseite eine Luftleitschaufel, die das Abheben des Wischers bei hohen Geschwindigkeiten verhindern soll.
Alle Sciroccos bekommen im Januar 1984 statt des bisherigen 42 L Tanks einen 55 L Tank. Dafür gibt es jetzt aber nur noch ein Notrad. Der Endschalldämpfer wird überarbeitet und ab gleicher Zeit mit einer zusätzlichen Aufhängung befestigt. Mit all diesen Änderungen der hinteren Karosserie ändert sich schließlich auch die Aufnahme der Rücksitzbank.
Im Hupenknopf prangt nicht mehr der Sciroccoschriftzug sondern ein VW-Zeichen.

Die Liste der möglichen Mehrausstattungen wird um die Servolenkung erweitert.

Beim Modelljahr 84 wird die kuriose gelbe Fernlichtkontrollampe (LED) durch eine gänginge blaue getauscht. Um den Wärmehaushalt des 82KW Motors (GTI/GLI) zu verbessern bekommt dieser einen wasserdurchflossenen Ölkühler am Ölfilterflansch.

Der GTS und der GTX werden auch dieses Jahr wieder angeboten, jetzt folglich mit 2 Wischerarmen und mit 90PS Vergaser- oder 112PS Einspritzermotor.

Modell 1985

Die Modelle CL und GL entfallen. Anstelle des CL wird jetzt der GT zur Grundausführung. Anstelle des GL stellt VW den GTL als Luxusausführung vor.
Der GTX ist jetzt keine Sonderaktion mehr, sondern reguläre Sportausführung mit mindestens dem 90 PS Vergasermotor.

In diesem Jahr gibt es erstmals die bekannte Rundumverspoilerung beim GTX und beim White Cat in Wagenfarbe. Ebenso gibt es dieses Jahr gesiegelte Rückleuchten weiß für den White Cat und schwarz für den GTX.

Der GT hat keine Öltemperaturanzeige mehr, serienmäßig kein Beifahrerspiegel und fährt dieses Jahr noch ohne Rundumverspoilerung. Auch ist er den Scirocco-Schriftzug auf der Heckscheibe und den GT-Schriftzug auf der B-Säule los. Ebenso kommt er jetzt ohne Sportsitze.
Der GTX hat neben der Verspoilerung, der Öltemperaturanzeige und dem Scirocco-Schriftzug auf der Heckklappe den rot eingefassten Kühlergrill, grünes Colorglas, die Avus Scheibenräder und dieses Jahr den Zender Heckspoiler.
Die etwas weniger gekaufte „Altherrenversion“ GTL erbt Zierrat der bisherigen Modelljahre: Chromzierleisten ringsum, auf der Dachregenrinne und auf den Stoßfängern sowie Chromradkappen. Innen finden sich an den üblichen Stellen Chromleisten und außerdem hat er eine geteilte Rückbank.

Dieses Jahr gibt es das Sondermodell „White Cat“, das unter anderem mit einer Dachantenne und ebenfalls dem Zenderheckspoiler aufwartet. Die Idee des Modells ist, daß erstmals alles mögliche in Wagenfarbe Alpinweiß gehalten ist.

Alle Modelle erhalten jetzt die Luftleitschaufel auf dem Wischerarm der Fahrerseite.
Alle Modelle haben ab diesem Modelljahr kein Scirocco Schriftzug mehr auf der Blende des Lenkrads. Ebenso entfällt die Verbrauchs- und Schaltanzeige im Kombiinstrument. Auf ihrer Position kommt nun die Tankanzeige.

Bei VAG hören die Radios nicht mehr auf die Namen Braunschweig, Salzgitter und Co., sondern sind nach dem griechischen Alphabet benannt. Die neuen Modelle heißen Alpha, Beta, Gamma und Delta.

Modell 1986

Der GT wird wieder einmal überarbeitet. Auch ihm wird der Rundumspoiler verpasst (unlackiert) und 14 Zoll Stahlfelgen im Lochdesign werden verbaut.
Beim GTL gehört nun eine Metallic Lackierung zur Serie und Stahlscheibenräder ohne Chromradkappen. Er bleibt als einziger ohne Rundumverspoilerung und behält den bisherigen kleinen Heckklappenspoiler. Alle anderen Modelle warten jetzt mit eine „Frittentheken“ großen Heckspoiler auf. Bei allen Modellen verschwindet der SCIROCCO-Schriftzug von der Heckscheibe.

Die Steuergesetzgebung macht sich dieses Jahr bemerkbar. Die Motorenpalette wird ergänzt um den 70kW-Motor mit geregeltem 3-Wege-Katalysator, dieser jedoch noch ohne Hydrostößel. Alle anderen Motoren erhalten mit Beginn des Modelljahres die hydraulische Ventilführung.

Der White Cat entfällt. Das Sondermodell Tropic erscheint mit in Wagenfarbe lackierter Rundumverspoilerung.

Dafür blieb jetzt die Rundumverspoilerung beim GTX unlackiert.

Zu Beginn des Modelljahres gab es den 16V zu kaufen, zuerst mit dem KR und im weiteren Verlauf auch mit dem PL Motor. Einzelheiten zum 16V entnehme man bitte unserem Beitrag unter Sondermodelle.

Modell 1987

Im Prinzip bleiben die Grundmodelle GT, GTL und GTX wie im letzten Jahr.
Es entfällt die Luftleitschaufel auf dem Wischerarm. Stattdessen kauft man jetzt Wischerblätter mit integriertem Spoiler für Fahrerseite.
In der Motorisierung verdrängt jetzt der einspritzende 70kW-Motor zahlenmäßig den 90PS-Vergaser-Motor.

Als Sondermodell erscheint dieses Jahr der Scala. Beim Scala wird die Idee der Wagenfarbe von bisher Alpinweiß beim White Cat ausgedehnt auf Paprikarot, Heliosblau metallic und Saphir metallic. Der White Cat heißt, nachdem er 86 Pause hatte, ab jetzt Scala (in Alpinweiß) und büßt dabei seine Dachantenne ein und tauscht den Zenderheckspoiler gegen den neuen ein, behält aber die weiß gesiegelten Rückleuchten. Liebhaber nennen den weißen Scala trotzdem weiterhin White Cat.

Modell 1988

Beim GTX ist der Rundumspoiler endlich (wieder) in Wagenfarbe lackiert. Seine Stoßstangen bleiben jedoch (schwarz) unlackiert.
Beim GT bleibt der Rundumsatz weiterhin unlackiert. Alle Modelle erhalten das neue VW Lenkrad. Der 70kW-Motor erhält nun auch Hydrostößel.

Das VW Radioprogramm alpha, beta, gamma und delta geht in seine zweite Generation erkennbar an den geänderten Bedienungselementen.

Die Motorenpalette wird erweitert um den 72PS Vergasermotor mit Katalysator für die GT Ausstattung.

Der GTL entfällt aus dem VW Programm wegen mangelndem Absatz.

Modell 1989

Dieses Jahr gibt es keine außergewöhnlichen Änderungen.

Modell 1990

Um den Verkauf des in die Jahre gekommenen Sciroccos noch einmal richtig anzukurbeln, entschließt man sich den Scirocco nur noch in zwei Ausstattungsvarianten anzubieten, von denen eine viele Extras serienmäßig bietet. Der GT2.

Hier die Ausstattung des GT2:
Rundumspoiler, Stoßstange und Außenspiegel in Wagenfarbe, Lederlenkrad, Schiebe-Hebedach, Servolenkung, schwarz gesiegelte Rückleuchten und Sportsitze. Weitere Details siehe unter Prospekte.

Daneben gibt es den Scala in Alpinweiß, Paprikarot oder Heliosblau metallic. Der Scala hat seine Innenausstattung passend zur Wagenfarbe und abweichend vom GT2 keine Servolenkung und kein Schiebe-/Ausstelldach serienmäßig. In Alpinweiß sind die Rückleuchten wie immer weiß gesiegelt.

Dieses Jahr gibt es zunächst nur noch 2 Motoren: den 72PS Vergasermotor und den 95PS Einspritzer. Alle Motoren ohne Katalysatoren sind nun also aus dem Programm. Zudem sind die beiden 16V Motoren aus dem Programm um im sportlichen Marktsegment interessierte Käufer nicht vom Corrado abzulenken.

Mitten im laufenden Modelljahr entfällt dann auch der 72PS Vergasermotor und somit gibt es den Scirocco nur noch mit 95PS.

Modell 1991

Es gibt wieder nur die beiden Ausstattungen GT2 und Scala wie im letzten Jahr. Der Scala bekommt neue Stoffmuster für seine Sitze. Die Leuchtweitenregulierung wird Serie.

Der 16V ist wieder lieferbar, jetzt als GT II 16V.

Das VW Radioprogramm geht in seine dritte Generation, es entfällt eine delta-Variante. CDs kann jedoch noch immer nicht bei VW hören.

Modell 1992

Der Scala entfällt. Es gibt jetzt nur den GT2. Die letzte Neuerung fällt spärlich aus. In die Kotflügel wurden Seitenblinker „integriert“. Außerdem werden im Zuge des zunehmenden Sicherheitsbewusstsein der Kunden, die Türen verstärkt, durch Biegeträger und auf den selten benutzen Rücksitzen gibt es nun auch Dreipunktgurte.

Die allerletzten Sciroccos wurden mit Alufelgen anderer VW Modelle ausgerüstet da es keine Alufelgen mehr gab.

Im ablaufenden Modelljahr hörte der Wüstenwind auf durch die Werkshallen in Osnabrück zu wehen. Nach ca. 800.000 Scirocco´s war im auslaufenden Modelljahr 1992 schluss.